Nationale Naturlandschaften klar

Mögliche Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Niedersächsische Elbtalaue

Klimawandel in der Region


Steigende Temperaturen, mehr Regen im Winter, eine Tendenz zu niederschlagsärmeren Sommern zum Ende des 21. Jahrhunderts, Extremwetterereignisse und eine insgesamt höhere Klimavariabilität kennzeichnen den projizierten Klimawandel in der Metropolregion Hamburg (MRH). Hinzu kommt die historisch betrachtet große Geschwindigkeit mit der die klimatischen Veränderungen mindestens ab Mitte des Jahrhunderts angenommen werden.

Die Auswirkungen des Klimawandels für die in der MRH liegenden Naturräume können, weltweit betrachtet und bezogen auf die Klimaelemente Temperatur und Niederschlag, derzeit als moderat eingeschätzt werden. Allerdings sind die Auswirkungen von Extremwetterereignissen schwer abschätzbar und auch einzelne Effekte eines moderat verlaufenden Klimawandels wirken sich bereits innerhalb der MRH in den einzelnen Naturräumen unterschiedlich aus (z.B. Wasserhaushalt in der Lüneburger Heide im Vergleich zur Elbtalaue) und können essentielle Auswirkungen haben (z.B. Verluste durch Überschwemmungen). Des Weiteren kann die Über- oder Unterschreitung von Schwellenwerten (Tipping points) zu irreversiblen Folgen führen (z.B. Pflanzenverfügbarkeit von Wasser).

Für den Umgang mit den Klimaprojektionen ist zu beachten, dass diese keine exakten Zahlen liefern, sondern Bandbreiten, wodurch Unsicherheiten bei der Modellierung, die verschiedenen Annahmen über das menschliche Handeln (Emissionsszenarien) und die natürlichen Klimaschwankungen Berücksichtigung finden. Innerhalb dieser Bandbreite ist die Wahrscheinlichkeit des Eintretens gleich groß. So sind beispielsweise, im Rahmen der projizierten Klimaveränderungen, die Temperaturen in der Elbtalaue bis 2050 sowohl um 0,9° C als auch um 2,1° C oder um einen beliebigen Wert dazwischen wahrscheinlich.

Im Umgang mit den meteorologischen Veränderungen ist zwischen direkten und indirekten Folgen für ökologische (z.B. ein Biotop oder ein Lebewesen) und gesellschaftliche Systeme (z.B. eine Familie oder die Bevölkerung einer Nation) zu unterscheiden und es sind Rückkopplungseffekte zu berücksichtigen.

Beispielsweise werden Brutvogelgelege an der Elbe direkt durch Überschwemmungen und Starkregen beeinträchtigt oder es kommt aufgrund der, im historischen Vergleich, schnellen Temperaturerhöhungen zu Entflechtungen biozönotischer Beziehungen. So kann sich die Raupenentwicklung des Eichenspanners (eine Nahrungsgrundlage für junge Kohlmeisen) verfrühen, während die Meise hingegen nicht früher brütet. Damit wird das Nahrungsangebot für die jungen Vögel eingeschränkt.

Indirekte Effekte entstehen beispielsweise aus den Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Handlungsfeldern (Landwirtschaft, Naturschutz...). Wird die Landnutzung in einem Bereich an die veränderten Bedingungen angepasst (z.B. Feldberegnung seitens der Landwirtschaft oder Maßnahmen zum Hochwasserschutz), so hat dies Auswirkung auf andere Sektoren (z.B. Naturschutz).

Rückkopplungseffekte gibt es u.a. aufgrund der Wechselwirkung von Vegetation und bodennahem Wasser. So steigt bei höheren Temperaturen die Evapotranspiration was wieder zu einer Abkühlung der bodennahen Luftschicht führt (sog. negative Rückkopplung).


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