Nationale Naturlandschaften klar

Natur und Landschaft

Das Biosphärenreservat "Niedersächsische Elbtalaue" erstreckt sich südöstlich von Hamburg auf einer Länge von ca. 100 km entlang der Elbe zwischen Schnackenburg im Osten (Stromkilometer 472,5) und Hohnstorf im Westen (Stromkilometer 569). Die Geländehöhen im Gebiet liegen zwischen 109 m und 5 m über dem Meeresspiegel. Der jetzigen Gestalt des Elbetals wurde durch die Schmelzwasserströme der letzten Eiszeit geformt, die sich ihren Weg durch die Altmoränenlandschaft zur Nordsee bahnten. Später, vor etwa 12.000 Jahren wurden die Talsande zu flussbegleitenden Flugsandfeldern und Dünen aufgeweht. Ihr stark bewegtes Relief erreicht Höhen bis zu 36 m.

Über die Jahrtausende veränderte der dynamische Fluss immer wieder seinen Lauf. Neue Flussschlingen entstanden, alte wurden von der Stromelbe abgetrennt und blieben als Altwässer zurück. Die Auelehmdecken in der Talaue sind die Folge jungsteinzeitlicher Waldrodungen, des Ackerbaus und mittelalterlicher Rodungsphasen. Auch heute noch kommt es bei Hochwasser zu Sand- und Schlammumlagerungen oder zu Eisabschürfungen des Bodens.

An die heute noch regelmäßig überflutete Aue schließen sich beidseits der Elbe weite Talniederungen an. Sie sind durch Deiche vor Überschwemmungen geschützt und erstrecken sich bis an den Rand des Urstromtals. Sie werden von Elbenebenflüssen durchzogen. Innerhalb des Elbeurstromtals erheben sich einige Altmoränenreste, die Geestinseln. Zwischen Hitzacker und Bleckede reicht eine bis zu 86 m hohe Altmoräne teilweise an die Elbe heran.

Klimatisch ist das Biosphärenreservat durch einen Übergangsbereich zwischen subatlantischem Klima im Westen und subkontinentalem Klima im Osten charakterisiert.

Naturräumlich wird das Gebiet der "Unteren Mittelelbeniederung" zugeordnet. Dazu gehört zum überwiegenden Teil (56 Prozent) die Untereinheit "Elbtal zwischen Lenzen und Boizenburg". Die Anteile des "Wittenberger Stromlandes" und des "Lauenburger Elbtals" liegen bei jeweils ca.10 Prozent. Randlich reichen auch die "Lüchower Niederung" und die "Ostheide" in das Biosphärenreservat hinein.

Laubfrosch
Von 19 in Niedersachsen nachgewiesenen Amphibienarten kommen 12 in der Elbtalaue vor.

Lebensräume und ihre Bewohner

Das Biosphärenreservat "Niedersächsische Elbtalaue" weist eine besondere Vielfalt und Dichte seltener und gefährdeter Biotop- und Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten auf. Rund 150 Brutvogel-, 100 Gastvogelarten und 1.300 Gefäßpflanzenarten wurden hier nachgewiesen. Von 19 in Niedersachsen nachgewiesenen Amphibienarten kommen 12 in der Elbtalaue vor. Groß ist auch die Artenvielfalt der Insekten. Allein bei den Schmetterlingen wurden mehr als 700 Arten nachgewiesen.

Dieser Artenreichtum im Elbetal entsteht durch ein eng verzahntes Mosaik sehr unterschiedlicher Lebensräume. Auf Grund der Lage im Übergangsbereich von atlantischen zum kontinentalen Klima treffen hier außerdem atlantisch und kontinental verbreitete Arten aufeinander.

Zum Erhalt ihrer Lebensräume wurden Europäische Schutzgebiete ausgewiesen. Zum Natura 2000-Netzwerk gehört das 227 km² große Flora-Fauna-Habitat-Gebiet "Elbeniederung zwischen Schnackenburg und Geesthacht" sowie teilweise überlagernd, das 325 km² große besondere Schutzgebiet "Niedersächsische Mittelelbe" gemäß EU-Vogelschutz-Richtlinie.

Als Lebensräume, die im landesweiten Maßstab von hoher Bedeutung sind, gehören das Grünland, die Pioniervegetation der Überschwemmungsbereiche, die Uferstaudenfluren sowie die Hartholzauenwälder im Biosphärenreservat. Hinzu kommen wertvolle Holzbestände wie Alleen, Hecken, Gehölzreihen, Obst- und Kopfbäume.

Aus vogelkundlicher Sicht stellt das Biosphärenreservat "Niedersächsische Elbtalaue" in seiner Gesamtheit eines der bedeutendsten Brut- und Gastvogelgebiete in Niedersachsen dar.

Überflutungsfächen

regelmäßig überflutete Auenlandschaft

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