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20 Jahre Engagement für den Stör

Erfolgreiche Fach- und Jubiläumsveranstaltung im Biospaerium Elbtalaue in Bleckede


Störe, Aale und Nordseeschnäpel – nur drei Beispiele für Wanderfische in der Elbe, um die sich an diesem Wochenende alles im Biosphaerium Elbtalaue drehte. Anlässlich des World Fish Migration Day fand am Sonnabend das Elbe-Symposium „Wanderfische und Fischwanderungen in der Elbe“ statt, am Sonntag folgte die Jahreshauptversammlung der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiert.

Störe waren in Deutschland schon verschwunden und auch im übrigen Europa kaum noch zu finden. Die „Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V.“ hat es sich zur Aufgabe
gemacht, diese imposanten Tiere wieder bei uns anzusiedeln. In diesem Jahr feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen. Beim nun in Bleckede begangenen Jubiläum konnten die
Mitglieder auf 20 Jahre erfolgreiches Wirken zurück blicken: Elterntierbestände wurden für Nord- und Ostsee aufgebaut, die Habitateignung in Oder, Elbe und Rhein untersucht, Lebensraumnutzung sowie Gefährdungsursachen wurden bestimmt und regionale Kooperationen aufgebaut, die die Umsetzung der Arbeiten vor Ort unterstützen.
Mit den ersten Erfolgsmeldungen haben sich die Wiedereinbürgerung des Störs sowie die Schaffung der dafür notwendigen Voraussetzungen in den letzten Jahren als
wichtige Zukunftsthemen etabliert, in diesem Jahr ist der Stör sogar „Fisch des Jahres“. Mit einer Länge von bis zu 5 Metern und einem Lebensalter von 100 Jahren gehören Störe zu den Giganten unter den weltweiten Wanderfischen. Doch gingen ihre Bestände zu Beginn des letzten Jahrhunderts dramatisch zurück, bis sie in Deutschland letztlich verschwunden waren. Finanziell und fachlich unterstützt vor allem durch das Bundesumweltministerium, das Bundesamt für Naturschutz, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Länder Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen konnte die „Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V.“ in enger Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg- Vorpommern in den letzten 20 Jahren zahlreiche Teilprojekte umsetzen.
Ergebnis jahrelanger Nachzucht durch Elterntiere aus Frankreich sind die Besatzaktionen im Elbeeinzugsgebiet mit Jungfischen, so auch im Herbst 2012 nahe des Bleckeder Hafens.

Nach 20 Jahre ist die Bilanz durchaus positiv: „Wenn wir auch noch weit von unserem Ziel, sich selbst erhaltender Bestände, entfernt sind, lassen uns die bisherigen Resultate doch zuversichtlich in die Zukunft schauen“, erklärt Dr. Jörn Geßner, der das Wiederansiedlungsprogramm koordiniert. Die Störe
seien in der Lage, unter den heutigen Bedingungen in unseren Gewässern zu überleben und würden ausgesprochen gutes Wachstum zeigen. Zu dem bereits am Vortag durchgeführten Elbe-Symposium „Wanderfische und Fischwanderungen in der Elbe“ kamen Fachleute der Fischereibiologie und der Gewässerökologie sowie auch zahlreiche ehrenamtlich Aktive im Störschutz aus ganz Deutschland ins Biosphaerium Elbtalaue. In Vorträgen und im Rahmen einer Exkursion wurden aktuelle Forschungsergebnisse, z. B. zur Wanderung des Europäischen Aals Richtung Sargassosee vor der Küste Amerikas vorgestellt. Auf großes Interesse trafen auch die
bisher erfassten Wiederfänge aus Besatzaktionen von Stör oder Schnäpel. Natürlich durfte ein Besuch des Aquariums im Biosphaerium Elbtalaue nicht fehlen. Schließlich
lassen sich hier mit dem Aal, dem Nordseeschnäpel und dem Europäischen Stör gleich drei der thematisierten Wanderfische live erleben. Und mit den Forschungsergebnissen zur künftigen Entwicklung der Fischfauna in der Tideelbe, Resultaten aus dem Monitoring zur Fischaufstiegshilfe am Wehr Geesthacht sowie zu den Möglichkeiten einer für die Fischfauna gerechten Unterhaltung der Mittelelbe wurde die ganze Breite des Themenfeldes aufgezeigt. Dank der Zusammenarbeit der Gesellschaft zur Rettung des Störs mit dem Biosphaerium Elbtalaue ist eine Präsentation dieser Fischart im Informationszentrum für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue überhaupt erst möglich. „Erkenntnisse aus Forschungsprojekten und Besatzmaßnahmen fließen in
die Ausstellung und in die Bildungsarbeit des Biosphaeriums ein“, so Andrea Schmidt, Geschäftsführerin des Biosphaeriums.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.sturgeon.de

oder telefonisch unter Tel. 0381 8113402 (Sitz der Gesellschaft in Rostock, Gerd-Michael Arndt) oder
unter 030 64181626 (Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB),
Dr. Jörn Geßner).

Bildrechte: Biosphaerium Bleckede

Die Gesellschaft zur Rettung des Störs im Biosphaerium Bleckede

ein junger Stör auf dem Weg in seine neue Heimat Bildrechte: Biosphaerium Elbtalaue

Erst durch den Baesatz kehren die Störe in die Elbe zurück

Artikel-Informationen

erstellt am:
26.05.2014
zuletzt aktualisiert am:
04.11.2016

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