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3. Archetag in Dellien - eine tolle Bilanz

Alte Haustierrassen lockten rund 2000 Besucher


Rund 2000 Besucher beim Archetag an der Elbe - dieser Erfolg macht uns Mut , sagte Bio-Landwirt Hans-Jürgen Niederhoff am Sonntagabend auf seinem Hof in Dellien. 20 Landwirte und Hobbyhalter zeigten ihre Produkte aus der Zucht mit den vom Aussterben bedrohten Tierrassen. Von der feinen Angorawolle der Kaninchen bis hin zu einem ganzen Bunten Bentheimer Schwein am Spieß bot der bunte Arche-Markt den Besuchern ein vielfältiges Angebot. Jetzt will Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt die Arche-Region auch in die Kreisstadt holen. Er setze sich dafür an, dass in den Schulkantinen künftig mit regionalen Produkten gekocht wird, kündigte er bei der Eröffnung des Archetages in Dellien an.

Im Mittelpunkt des Archetages stand das Thema Schaf. Die alten Landrassen waren gekommen, Schafe mit einer Fellbrille oder mit lustigen Punkten, andere fuchsrot oder blauschwarz, sogar aus der Schweiz war eins dabei - Puschelmähne, schwarze Nase und die Beine so auffällig gefleckt wie Fußballstutzen. Den ganzen Tag lang schnurrten auf dem Biohof die Spinnräder der Amtsspinner aus Neuhaus , der Schafscherer zeigte, wie man die Wolle gewinnt, Stricknadeln klapperten, Filz-Kunstwerke entstanden, Kinder vergnügten sich beim uralten „Knöchelchen-Spiel“ - zu allem lieferten die Vierbeiner in der Streuobstwiese mit Glöckchenklang und vielstimmigem „Mähmäh“ die Begleitmusik.

Ein richtiger Familientag, sagte Niederhoff. Mit Kinderprogrammen wie Ponyreiten oder Filzen, mit Federn zeichnen, Buttons erstellen und Tierspuren von Archetieren raten oder einer Kletterstange, an deren Spitze Süßigkeiten winkten. Dazu viele Informationen für die Eltern - über die alten Haustierrassen, warum sie vom Aussterben bedroht sind und warum man sie so dringend braucht. Der Archetag ist auch ein kulinarisches Erlebnis - Pastete von den Skuddenschafen, Beefburger vom Englischen Parkrind, Bratwurst vom Husumer Protestschwein oder Salami von den Rauwoller Schafen und vieles mehr. Die Archeregion ist kein Streichelzoo.

Rund 400 Lose wurden für die große Tombola mit Spenden der Arche-Freunde verkauft. Der Erlös fließt ebenso dem Arche-Projekt zu wie der Gewinn aus den Landfrauen-Kuchen und fair gehandeltem Kaffee. Zucht, Haltung und Vermarktung der Tiere ist teuer, sagt Niederhoff. Denn durch die extensive Freilandhaltung gebe es ebenso Auflagen wie durch die Bio-Zertifizierung. 16 Höfe haben an der Elbe bereits das Zertifikat der Gesellschaft für den Erhalt alter Haustierrassen GEH. Auch der vor vier Wochen gegründete Förderverein will die Arche-Region unterstützten.

Coburger Fuchsschaf   Bildrechte: Antje Petersen

Coburger Fuchsschaf

Poitou-Stute mit Fohlen Bildrechte: Petersen

Poitou-Stute mit Fohlen

Artikel-Informationen

04.06.2014

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