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Überregionale Bestandsentwicklung

Bestandsentwicklung im Bundesgebiet

Erste flächendeckende Weißstorch-Zählungen gehen bereits auf das Jahr 1934 zurück. Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland wurden damals etwa 9.000 Weißstorch-Paare erfasst. Es folgte ein starker Bestandsrückgang bis in das Jahr 1988 auf etwa 2.950 Brutpaare.

In den Folgejahren hat sich die Weißstorch-Population bundesweit wieder etwas erholt. So wurden beispielsweise im Jahr 1994 etwa 4.150 Brutpaare gezählt. Im Jahr 2018 waren es gemäß der Bundesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz etwa 7.035 Brutpaare.

Allerdings sind unterschiedliche Trends der Bestandsentwicklung zu beobachten:

In den Alt-Bundesländern nehmen die Weißstorch-Bestände derzeit überwiegend stark zu. Ein Grund hierfür dürfte darin liegen, dass die Störche, die hier brüten, als "Westzieher" teilweise nicht mehr nach Afrika ziehen, sondern auf der Iberischen Halbinsel überwintern. Hierdurch können sie Kraft sparen, finden auf den dortigen Mülldeponien ausreichend Nahrung und sind den größeren Gefahren des weiten Zugweges nicht mehr ausgesetzt.

In den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stagniert die Anzahl der Brutpaare oder nimmt sogar ab. Die hier brütenden Störche sind ganz überwiegend "Ostzieher", die nach wie vor über Osteuropa nach Afrika ziehen und bei ihrem Zugweg erhebliche Verluste erleiden.

Diese Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass, anders als in den letzten Jahrzehnten, inzwischen mehr Brutpaare in West- als in Ostdeutschland leben.



Weltweite Bestandsentwicklung

Die alle zehn Jahre stattfindenden weltweiten Zählungen zeigen, dass sich auch der globale Gesamtbestand des Weißstorchs erholt hat. So ist die Anzahl der Brutpaare von 136.000 im Jahr 1984 über etwa 166.000 Brutpaare im Jahr 1994 auf ca. 233.000 Paare im Jahr 2004 angewachsen - und beim letzen Zensus 2014/15 waren es bereits 260.000 Brutpaare.

Auch beim weltweiten Bestandstrend gibt es einen deutlich stärkeren Populationszuwachs der West- als der Ostzieher.

Spitzenreiter bei der Anzahl der Brutpaare ist übrigens Polen. Hier brütet etwa ein Fünftel der weltweiten Storchenpopulation.


Während die Weißstorch-Bestände der "Ostzieher" leicht abnehmen, steigen die Bestände der "Westzieher" stark an (Quelle: Mitteilungsblatt 110/2018 der BAG Weißstorchschutz, S. 23)   Bildrechte: Mitteilungsblatt 110/2018 der BAG Weißstorchschutz, S. 23

Während die Weißstorch-Bestände der "Ostzieher" leicht abnehmen, steigen die Bestände der "Westzieher" stark an (Quelle: Mitteilungsblatt 110/2018 der BAG Weißstorchschutz, S. 23)

Unterschiedliche Bestandstrends der Weißstorch-Population in Ost- und Westdeutschland (Quelle: Mitteilungsblatt 110/2018 der BAG Weißstorchschutz, S. 22)   Bildrechte: BAG Weißstorchschutz

Unterschiedliche Bestandstrends der Weißstorch-Population in Ost- und Westdeutschland (Quelle: Mitteilungsblatt 110/2018 der BAG Weißstorchschutz, S. 22)

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