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Insekten

Die Insektenwelt der Elbtalaue ist vielfältig. So wurden etwa in der Gruppe der Schmetterlinge mehr als 700 Arten nachgewiesen.

In Folge des Klimawandels sind in den letzten Jahren verstärkt wärmebedürftige Insekten aus Süden oder Osten eingewandert. Dies gilt etwa für die Zartschrecke, die erstmals 1988 in Niedersachsen entdeckt wurde oder die Gemeine Sichelschrecke, die hier erst vor wenigen Jahren Fuß gefasst hat

Seltene und hochangepasste Heuschrecken findet man besonders auf offenen Sanddünen, in Magerrasen und blütenreichen Wegrändern. Beispiele hierfür sind die Blauflügelige Ödlandschrecke, die Westliche Beißschrecke und der Steppengrashüpfer. Auch Wildbienen nutzen diese Standorte gerne als Nist- und Nahrungsbiotop, so etwa die Kleine Wollbiene, die Gelbe Düsterbiene, die Kleine Harzbiene oder die Sechsbindige Furchenbiene.

In den Feuchtlebensräume der Aue, den Altarmen, Bracks und Gräben entwickeln sich viele Libellenlarven, darunter die Grüne Mosaikjungfer, die an das Vorkommen der Krebsschere gebunden ist oder die Südliche und Glänzende Binsenjungfer, die an Flachgewässer mit schwankendem Wasserstand angepassten sind. Bemerkenswert sind die Vorkommen der ebenfalls wärmeliebenden Südlichen Mosaikjungfer sowie der Asiatischen Keiljungfer, die sich mit Vorliebe in den Buhnenfeldern aufhält.

In Resten von Hartholzauwäldern, in alten Eichenreihen und Solitärbäumen verbirgt sich eine besondere Rarität: der Eichenheldbock. Die Larven dieses stattlichen, bis zu fünf Zentimeter langen Bockkäfers leben unter der Rinde knorriger Eichenveteranen. Dort ernähren sie sich vom Splint- und später vom Kernholz und hinterlassen daumendicke Fraßgänge. Nach vier Jahren verpuppt sich die bis zu neun Zentimeter lange Larve. Der Jungkäfer schlüpft im Herbst, überwintert in der Puppenwiege und fliegt im Juni aus. In alten Eichen, wie etwa der Elbholzallee bei Gartow, wurden zudem Hinweise auf das Vorkommen des Eremiten oder Juchtenkäfers gefunden, eines sehr versteckt lebenden, bis zu drei Zentimeter langen Mulmbewohners.

Für diese holzbewohnenden Großkäfer, die im Biosphärenreservat zu den wertgebenden Tierarten gemäß Anhang 2 der FFH-Richtlinie gehören, wurden umfangreiche Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt. Dazu zählen die Erhaltung von Alteichen durch vertragliche Vereinbarungen oder Flächenerwerb, die Nachpflanzung von Eichenbeständen in relevanten Vorkommensgebieten und, im Falle des Heldbocks, auch die Freistellung und damit die Besonnung von Stämmen, in denen sich die Larven entwickeln.


Distelfalter auf Feldmannstreu   Bildrechte: BRV/ B. Königstedt

Distelfalter auf Feldmannstreu

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