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Halbzeit in der Rastvogelsaison 2008/2009

Jedes Jahr beeindrucken die großen Schwärme nordischer Gänse und Schwäne Einheimische und Besucher der Elbtalaue gleichermaßen. Ob in keilförmiger Formation die Elbe entlang ziehend, in großen Schwärmen auf die Schlafgewässer einfallend oder im Grünland rastend – die Gastvögel bieten im Winterhalbjahr immer ein faszinierendes Schauspiel.

Sie werden gezählt und ihre bevorzugten Flächen kartiert, um gute Grundlagen für den Vertragsnaturschutz zu schaffen. Zur Halbzeit der Rastvogelsaison liegen jetzt Ergebnisse vor.

In diesem Herbst waren das Gänsegeschnatter und die melodischen Rufe der Singschwäne weitaus seltener zu hören, als in den Vorjahren. Weil die Witterung in ihrer sibirischen Brutheimat in diesem Herbst ungewöhnlich mild war, ließen sich viele Vögel Zeit. Blässgänse, die mit Sendern versehen waren, hielten sich zum Beispiel noch im Oktober in der sibirischen Tundra und im November im Baltikum auf, und erst 16 % der Vögel im Vergleich zu 2007 waren bis zu diesem Zeitpunkt in den Niederlanden eingetroffen.

In den letzten sechs Jahre hat die Zahl der Blässgänse insgesamt im Biosphärenreservat deutlich abgenommen, während bei der Saatgans ein geringfügiger Aufwärtstrend erkennbar ist. Auch bei den Singschwänen ist eine Bestandszunahme zu verzeichnen, während die seltenen Zwergschwäne das Gebiet in geringerer Zahl aufsuchen.

Der Rastverlauf nordischer Gastvögel in der Niedersächsischen Elbtalaue wird nun schon im siebenten Jahr sorgfältig dokumentiert. Drei Gänsezähler und zwei Zivildienstleistende sind im Auftrag der Biosphärenreservatsverwaltung von Anfang Oktober bis Ende März wöchentlich unterwegs und sammeln zuverlässige Zahlen über das Zuggeschehen an der Elbe. So kann die Entwicklung der Rastbestände nordischer Wintergäste im gesamteuropäischen Zusammenhang besser beurteilt werden. Auch der Erfolg des freiwilligen Vertragsnaturschutzes für nordische Gastvögel kann dadurch bewertet werden.

Die Halbzeitbilanz für 2008/2009 hat ergeben: Die Gastvogelzahlen an der Elbe sind nach dem verspäteten Eintreffen im Herbst inzwischen für die Jahreszeit normal. Insgesamt hielten sich in der zweiten Januarwoche im Biosphärenreservat ca. 26 000 nordische Bläss- und Saatgänse und 1300 Zwerg- und Singschwäne auf. Im Vorjahr waren es 23 000 Gänse und 700 Schwäne. Trotz des anhaltenden Frostes wanderten Schwäne und Gänse im Verlauf des Januar 2009 noch zu.

Innerhalb des Biosphärenreservates gibt es deutliche Verschiebungen der bevorzugten Rasträume. So sind in diesem Winter in der Dannenberger und Gartower Elbmarsch etwa 50 % weniger Gänse und Schwäne anzutreffen als im Vorjahr. In der Lüneburger Elbmarsch dagegen sind die Gänsezahlen insgesamt höher als im Januar 2008. Dies kann mit der Ausweitung der Vertragsflächen im neuen Gastvogelprogramm zusammenhängen. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden hier deutlich mehr Flächen für die Gastvögel angeboten, auf denen sie ungestört äsen dürfen. Neuerdings halten sich die Schwäne auch auf Maisstoppeläckern auf: Ein guter Grund, sie nicht umzupflügen, denn dort richten sie keinen Schaden an (siehe Foto).

Über den Link "Interaktive Karte des Biosphärenreservates" erhalten Sie eine Übersichtskarte mit den aktuellen Rastvorkommen nordischer Gastvögel.
Durch Aktivierung des entsprechenden Karteninhaltes werden die Rastgebiete sichtbar.

Rastende Sing- und Zwergschwäne (Foto: A. Degen) Bildrechte: A. Degen

Rastende Sing- und Zwergschwäne sind zunehmend auch auf Maisstoppelfeldern in der Elbtalaue anzutreffen

Artikel-Informationen

03.02.2009

Ansprechpartner/in:
Henning Kaiser, Dr.

Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
Am Markt 1
29456 Hitzacker
Tel: 05862-9673-28
Fax: 05862-9673-20

http://www.elbtalaue.niedersachsen.de

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