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Zeitfenster in die Höhbeck-Vergangenheit

Maßnahmen der Biosphärenreservtasverwaltung sollen kulturelles Erbe in Wert setzen


Der Höhbeck ragt nicht nur optisch aus dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue heraus. Er ist auch von außerordentlicher natur- und kulturgeschichtlicher
Bedeutung. So haben neuere archäologische Funde die Gewissheit erbracht, dass eine Festungsanlage aus der Zeit Karls des Großen auf dem Kastellplatz am
Höhbeck gestanden hat. Funde aus den 1960er Jahren konnten bronzezeitliche Besiedlungsspuren bei Pevestorf nachweisen. Eine Besonderheit stellt der Fund eines Kreises aus 56 Holzpfosten mit einem Durchmesser von etwa 13 Metern dar, der vermutlich astronomischen Zwecken diente.

Durch mehrere Maßnahmen der Biosphärenreservatsverwaltung sollen in enger Abstimmung mit der Gemeinde Höhbeck diese bedeutsamen Funde besser erschlossen und in Wert gesetzt werden. Die Firma Paul Thiede aus Gorleben hat bis auf wenige Restarbeiten nun die Treppenanlage am Vietzer Heidberg saniert und eine großzügige Sitzgruppe neu errichtet. Eine neue Stegbrücke lässt den alten Wallgraben am westlichen Rand des Kastellplatzes besser erfahrbar werden. Im weiteren Jahresverlauf werden von Bildhauer Ralf Plarre aus Tüschau drei Wächterfiguren aus Holz geschnitzt und aufgestellt, die an die Zeit Karls des Großen erinnern sollen. Weiterhin werden zwei Orientierungs- und Informationstafeln am Heimatmuseum in Vietze und am 2012 fertig gestellten Unterstand auf dem Kastellplatz angebracht.

Um auch auf die bronzezeitliche Besiedlungsgeschichte aufmerksam zu machen, wird an der Deichschleife zwischen Gartow und Restorf ein Holzpfostenkreis („Woodhenge“) errichtet, der an den Pevestorfer Pfostenkreis erinnern soll. An kleinen Informationstafeln soll hier die ältere und jüngere Kulturgeschichte des Höhbecks lebendig werden.

Eine Broschüre, die ebenfalls im weiteren Jahresverlauf erstellt wird, soll die besondere natur- und kulturgeschichtliche Bedeutung des Höhbecks noch einmal zusammenfassen und für Gäste wie Anwohner erlebbar machen. Hierin werden dann auch die bereits 2012 abgeschlossenen Maßnahmen, wie die Errichtung von 20 Stelengruppen mit naturkundlichen Informationen, der Ausbau der ehemaligen Thalmühle zum Winterquartier für Fledermäuse oder der Neubau des Stegs über den Thalmühlbach, behandelt.

Darüber hinaus werden vom Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e.V. derzeit rund 250 Obstbäume mit alten Sorten nachgeschnitten und etwa 100 junge Obstbäume rund um den Höhbeck gepflanzt, um die landschaftstypischen Apfel-, Pflaumen-, Birnen- und Kirschsorten zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Die laufenden Maßnahmen haben einen finanziellen Umfang von insgesamt 215.000 Euro. Sie werden mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Förderprogramms „Natur erleben und nachhaltige Entwicklung" vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz finanziert.

Bildrechte: Tobias Keienburg

Die neue Treppe am Vietzer Heidberg

Stegbrücke am Kastellplatz Bildrechte: Tobias Keienburg

Die neue Brücke führt an den alten Wall am Kastellplatz heran

Artikel-Informationen

24.01.2014

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