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Wasser ist Leben - das Vogelparadies "Taube Elbe"

Trotz der inzwischen seit Wochen anhaltenden Trockenheit präsentiert sich die „Taube Elbe“ bei Penkefitz nördlich von Dannenberg aktuell als ein Dorado für Vögel: Hunderte Kraniche, Gänse und Enten sowie Wiesenvögel wie Kiebitz, Brachvogel, Bekassine und Kampfläufer lassen sich derzeit hier beobachten. Sogar ein Paar der im östlichen Niedersachsen extrem seltenen Uferschnepfe hält sich hier auf – und das erstmals seit 2011.

Für die günstige Qualität der Lebensräume an der Tauben Elbe ist ein ausreichend hoher Wasserstand in den Frühjahrsmonaten mit einer flachen Überstauung der Uferzonen und der angrenzenden Flächen wichtig. Im März 2020 hat deshalb der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Lüchow-Dannenberg in Absprache mit der Biosphärenreservatsverwaltung das Schöpfwerk in Wussegel so weit geschlossen, dass ein oberflächliches Ablaufen des Wassers aus der Tauben Elbe unterbunden wurde. Mit dieser Maßnahme konnte das im Februar und Anfang März reichlich gefallene Niederschlagswasser für einige Zeit in der Tauben Elbe zurückgehalten werden. Davon profitieren nun die zahlreichen Wat- und Wasservögel.

Die Taube Elbe mit ihren Uferzonen und den angrenzenden Feuchtgrünlandflächen zählt zu den bedeutendsten Vogellebensräumen im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“. Seit über 50 Jahren führen hier lokale Vogelkundler Zählungen an Brut- und Gastvögeln durch. Für viele Vogelarten feuchter Wiesen und Verlandungszonen, wie z.B. den Kiebitz, den Großen Brachvogel und die Bekassine, ist sie seit langem ein Rückzugsort. Die Trauerseeschwalbe hat an der Tauben Elbe eines ihrer letzten Brutgebiete in Niedersachsen.

Doch in jüngster Zeit machen sich Vogelexperten und Naturschützer zunehmend Sorgen um das Gebiet. Schon seit längerem werden weitreichende Veränderungen in der Vegetation festgestellt, die u.a. auf eine zu große Anreicherung von Nährstoffen zurückzuführen sind. In den Dürrejahren 2018 und 2019 trocknete die Taube Elbe jeweils über mehrere Monate vollständig aus. Daraufhin blieben in 2019 zum ersten Mal seit mind. 50 Jahren die Bruten von Kiebitz und Bekassine aus. Uferschnepfe und Rotschenkel waren bereits einige Jahre zuvor als Brutvögel verschwunden.

Die Meisten der zur Zeit dort zu beobachtenden Vögel nutzen den Polder der Tauben Elbe vor dem Weiterflug in ihre Brutgebiete zur Rast und Nahrungssuche, einige werden jedoch auch bleiben, um hier ihre Jungen groß zu ziehen. Ob dies erfolgreich sein wird, wird wesentlich von der Niederschlagsmenge der kommenden Wochen abhängen. Mit der Schließung des Schöpfwerkes bei Wussegel wurden jedoch im Rahmen der derzeitigen technischen Möglichkeiten günstige Voraussetzungen für das Überleben von seltenen Wat- und Wasservögeln geschaffen.

Taube Elbe   Bildrechte: J. Borris
Die Landschaft um die Taube Elbe aus der Vogelperspektive
Kranicheinflug   Bildrechte: BRV/H.-J. Kelm

Kraniche beim Einflug in den Polder der Tauben Elbe

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Franz Höchtl

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