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Brückenschläge im Biosphärenreservat

Der niedersächsische Umwelt-Staatssekretär Frank Doods hat kürzlich im Biosphaerium Elbtalaue in Bleckede Dirk Janzen als neuen Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue in sein Amt eingeführt. „Es ist ein echter Glücksfall, dass wir mit Ihnen einen äußerst qualifizierten und erfahrenen Nachfolger von Dr. Johannes Prüter für dieses verantwortungsvolle Amt gewinnen konnten“, so Staatssekretär Doods bei der symbolischen Schlüsselübergabe vom alten an den neuen Leiter. „Ich bin sicher, dass sich die gewohnt vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Biosphärenreservatsverwaltung und meinem Haus fortsetzen wird.“

Janzen (Jahrgang 1966), der zuletzt als Fachbereichsleiter beim Regionalverband Ruhr in Essen u.a. für etwa 100 Naturschutzgebiete und das Naturschutzgroßprojekt „Bislicher Insel“ mit eigenem Besucherzentrum bei Xanten verantwortlich war, wird seinen Dienst in Hitzacker offiziell am 2. August antreten. Seinen Lebensmittelpunkt hat er bereits aus dem Ruhrgebiet in die Elbtalaue verlegt. „Ich freue mich sehr auf diese ebenso spannenden wie herausfordernden Aufgaben“, so Janzen bei der Amtseinführung. „Ich denke, dass mir meine langjährigen Erfahrungen mit den Fluss-Systemen des Rheins und der Ruhr bei der neuen Tätigkeit sehr helfen werden. Und hiermit meine ich nicht nur die naturschutzfachlichen und wasserwirtschaftlichen Belange, sondern auch die so wichtige Bildungsarbeit und die Einbindung regionaler Akteure in die nachhaltige Entwicklung des UNESCO-Biosphärenreservates.“

Staatssekretär Doods bedankte sich auch bei Dr. Johannes Prüter, der Ende Januar nach zuletzt 16-jähriger Amtszeit in Hitzacker corona-bedingt ohne die eigentliche geplante Festveranstaltung in den Ruhestand gegangen war, für die vielen Projekte und Vorhaben, die unter seiner Leitung umgesetzt wurden. „Sie haben durch Ihre fachliche Kompetenz, aber auch Bodenständigkeit, dafür gesorgt, dass sich die große Skepsis der Anfangsjahre gegenüber dem Biosphärenreservat in ein konstruktives Miteinander der regionalen Akteure verwandelt hat.“ Schließlich galt der Dank des Staatssekretärs auch Dr. Franz Höchtl, der während des vergangenen halben Jahres die kommissarische Leitung der Biosphärenreservatsverwaltung übernommen hatte.

Einen weiteren Höhepunkt des Staatssekretär-Besuchs stellte die Überreichung des Förderbescheids für das Vorhaben „Natur- & Kulturerlebnis Dömitzer Eisenbahnbrücke, 1. Bauabschnitt“ an Jürgen Meyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue, dar. Das Projekt zielt langfristig darauf ab, die Dömitzer Eisenbahnbrücke als Skywalk für die Naturbeobachtung inwertzusetzen und als Denkmal von nationaler Bedeutung zu erhalten. In einem ersten Bauabschnitt werden hierzu zunächst die 16 Pfeiler der Brücke bautechnisch instandgesetzt und der erste Brückenpfeiler für die Öffentlichkeit begehbar gemacht. In der kommenden Förderperiode soll die Eisenbahnbrücke dann auf gesamter Länge zum Skywalk ausgebaut werden. Überdies soll ein Besucherzentrum mit integrierter Ausstellung entstehen.

Staatssekretär Doods: „Die Dömitzer Eisenbahnbrücke ist aufgrund ihrer Historie ein Baudenkmal, das in der öffentlichen Wahrnehmung noch viel zu wenig gewürdigt wird. Vor allem wegen ihrer symbolhaften Bedeutung und ihrer Lage in der herausragenden Naturlandschaft der Elbtalaue freue ich mich sehr, dass ich den Förderbescheid über einen Betrag von 7,6 Mio. Euro aus der Förderrichtlinie Landschaftswerte heute übergeben darf. Ich gehe davon aus, dass dieses Projekt zu einem Leuchtturm im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe werden wird.“

Samtgemeindebürgermeister Meyer ergänzte: „Ich danke dem Land Niedersachsen und den weiteren Fördermittelgebern sehr dafür, dass wir mit ihrer Hilfe die Dömitzer Eisenbahnbrücke nun als touristischen Magneten erschließen können. Der Eigentümer der Brücke, Toni Bienemann, unterstützt uns seit vielen Jahren dankenswerterweise ideell und finanziell bei ihrer Weiterentwicklung. Das Architekturbüro von Ralf Pohlmann hat mit seiner Machbarkeitsstudie die wichtigen technischen Grundlagen für die Sanierung der Brücke geliefert. Ich bin mir ganz sicher, dass sich die Eisenbahnbrücke zu einem Anziehungspunkt entwickelt, der weit über unsere Samtgemeinde hinaus ausstrahlen und dadurch auch die regionale Wirtschaft voranbringen wird.“

Für den nun bewilligten ersten Bauabschnitt steht ein Gesamtbudget von ca. 8 Mio. Euro zur Verfügung. Über die Richtlinie „Landschaftswerte“ werden bei einer Förderquote von 95 % bis zu 7,6 Mio. Euro aus dem EFRE-Förderfonds der Europäischen Union und aus Landesmitteln gefördert. Weitere Fördermittelgeber sind die Hermann Reemtsma Stiftung (110.000 Euro), der Hamburg-Niedersachsen-Fonds der Metropolregion Hamburg (100.000 Euro), die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (50.000 Euro) sowie Toni Bienemann mit seinem Unternehmen Peja (40.000 Euro). Darüber hinaus sieht die Samtgemeinde Elbtalaue einen Betrag von 100.000 Euro als Eigenmittel vor.

Die Laufzeit des Projekts endet am 31.03.2023.

Symbolische Schlüsselübergabe an Dirk Janzen (rechts) durch Johannes Prüter und Staatssekretär Frank Doods (von links)   Bildrechte: A. Schmidt

Symbolische Schlüsselübergabe an Dirk Janzen (rechts) durch Johannes Prüter und Staatssekretär Frank Doods (von links)

Dirk Janzen (Mitte) bei seinem Antrittsbesuch im Umweltministerium mit Umweltminister Olaf Lies (links) und Staatssekretär Frank Doods (rechts)   Bildrechte: Pressestelle MU

Dirk Janzen (Mitte) bei seinem Antrittsbesuch im Umweltministerium mit Umweltminister Olaf Lies (links) und Staatssekretär Frank Doods (rechts)

Übergabe des Förderbescheids zur Dömitzer Eisenbahnbrücke durch Staatssekretär Frank Doods (rechts) an Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer   Bildrechte: A. Schmidt

Übergabe des Förderbescheids zur Dömitzer Eisenbahnbrücke durch Staatssekretär Frank Doods (rechts) an Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Franz Höchtl

Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
Leiter Dezernat 3
Am Markt 1
29456 Hitzacker
Tel: 05862967315

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