Nationale Naturlandschaften Niedersachen klar Logo

Seeadler

Mit einer Körperlänge von über 90 cm und einer Flügelspannweite von fast 2,5 Metern ist der Seeadler der größte Vogel der Elbtalaue und einer der größten Greifvögel Mitteleuropas. Und trotz seines Namens gefällt es dem „See“-Adler auch an großen Flüssen wie der Elbe sehr gut, denn auch hier findet er ausreichend Nahrung.

Mit seinen breiten Schwingen kann der Vogel im sogenannten Segelflug sehr lange mit nur minimalen Bewegungen in der Luft schweben. Man nennt ihn daher auch „das fliegende Brett“. Obwohl er ein guter Flieger ist, sitzt der Seeadler meistens stundenlang auf einer Erhöhung und späht nach seiner Beute, bevor er tatsächlich losfliegt.

Der ganze Körperbau des Adlers ist auf die Jagd ausgerichtet: Mit den kräftigen Flügeln kann er Beutetiere weit tragen. Die scharfen „Adleraugen“ erkennen selbst kleine Mäuse schon aus sehr großer Entfernung. Die großen und spitzen Krallen seiner Klauen sind wie Schraubzwingen, wenn sie die Beutetiere erst ergriffen haben. Auch der Schnabel des Vogels ist spitz genug, um seine Nahrung zu zerkleinern.

Zu den Beutetieren von Seeadlern zählen Fische, aber auch Kaninchen, Hasen, Mäuse, kleine Vögel, Hühner oder Gänse, nach denen er entweder im Flug oder auf einem Baum wartend Ausschau hält.

Der Schnabel und die Klauen des Seeadlers sind gelb. Sein Federkleid ist dunkelbraun und am Kopf, Hals, Brust und dem oberen Rücken etwas heller. Die Schwanzfedern der ausgewachsenen Tiere sind weiß.

Die Verbreitung des Seeadlers erstreckt sich hauptsächlich über den Norden Europas und den Norden Asiens bis nach Japan, aber auch in Grönland kann man Seeadler beobachten. Der Vogel hält sich gerne in der Nähe von Gewässern wie Seen oder Flüssen, aber auch an Küsten, auf. Oft befinden sich die Gewässer in der Nähe von Wäldern, deren Bäume der Adler nutzen kann, um gut getarnt nach seiner Beute Ausschau zu halten oder um zu brüten. Die Brut erfolgt in einem gewaltigen Nest, auch „Horst“ genannt, das meist in Baumkronen gebaut wird. Es besteht aus großen Ästen und wird von dem Elternpaar mit Gras und Moos ausgekleidet. Wenn dies über mehrere Jahre passiert, entstehen Nester, die mehrere Meter dick und einige hundert Kilo schwer werden können.

Zwischen Februar und März brütet das Paar dann über einen Monat die ein bis drei weißen Eier aus. Die geschlüpften Küken können dann schon nach ungefähr drei Monaten ihre ersten kurzen Strecken fliegen. Insgesamt werden die meisten Seeadler 6 bis 14 Jahre alt, einige Ausnahmen konnten sogar 20 Jahre alt werden.

Seeadler waren einmal vom Aussterben bedroht, da ihre Eier durch ein bestimmtes Pflanzenschutzmittel, das „DDT“, ganz brüchig wurden und kaputtgingen. Erst, nachdem der Einsatz von DDT verboten wurde, gab es wieder mehr Tiere. Aber auch heute gelten Seeadler noch als gefährdet und stehen unter Naturschutz. Es ist also etwas ganz Besonderes, wenn ihr tatsächlich das Glück habt und einen Adler aus nächster Nähe sehen könnt.


Seeadler   Bildrechte: LerchUlmerFotografie
Seeadler, © LerchUlmerFotografie
Seeadler und Rotmilan   Bildrechte: D. Damschen
Seeadler und Rotmilan, © D. Damschen
Besuch beim Seeadlerhorst   Bildrechte: BRV/ H.J. Kelm
Besuch beim Seeadlerhorst, ein Kletterer schaut nach dem Rechten. © BRV/ H.J. Kelm
Seeadler - Arten für Kinder   Bildrechte: Steffen Walentowitz
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln