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Gefährdungsursachen

In den mitteleuropäischen Brutgebieten ist die größte Gefährdungsursache der fortschreitende Verlust an geeigneten Lebensräumen. Durch Gewässerausbau, Entwässerung von Feuchtwiesen und Sümpfen sowie den bis vor kurzem noch weit verbreiteten Grünlandumbruch wurden viele Flächen für den Weißstorch wertlos.

Wetterextreme, wie der sehr nasse Sommer 2017 oder die sehr trockenen Sommer 2018 und 2019, machen das Aufziehen der Jungvögel für die Altstörche schwierig. Bei Starkregen füllt sich das Nest mit Wasser und kann zum Ertrinken oder zur Unterkühlung der Jungstörche führen, da Störche häufig auch Plastikfolie ins Nest eintragen und so das Wasser nicht ablaufen kann.

In Trockenperioden ziehen sich Regenwürmer in tiefere Bodenschichten zurück, und die Störche finden nicht genug Nahrung für die Jungen. Überdies können sich die Extremereignisse auch negativ auf die Anzahl der Beutetiere auswirken.

Statistische Auswertungen zeigen, dass von vier flüggen Jungstörchen nur ein Storch zurückkommen und brüten wird. Die anderen drei Jungstörche werden in den ersten drei Lebensjahren sterben. Besonders häufig verunglücken Jungstörche auf ihrer ersten Wanderung ins Winterquartier an Stromleitungen. Sie landen auf den Strommasten, um die Nacht sicher vor Feinden zu verbringen, und erhalten an den Drähten einen elektrischen Schlag. In Deutschland sind die Betreiber der Stromnetze gesetzlich verpflichtet, die Strommasten für Vögel sicher zu gestalten.

Ein Senderstorch aus der Elbtalaue flog kürzlich bis nach Südafrika und zurück. Dabei legte er eine Strecke von über 35.600 km zurück! Auf solch langer Reise lauern viele Gefahren. Insbesondere im Libanon und in Ägypten werden Zugvögel, darunter auch sehr viele Störche, geschossen. In Afrika können Dürreperioden, die Bekämpfung seiner Nahrungstiere mit Pestiziden, die Jagd, aber auch Lebensraumzerstörung fatale Folgen für die Störche haben.


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