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Dunkle Gestalten im Aufwind

Bruterfolge der Trauerseeschwalbe an der Tauben Elbe bei Penkefitz


Ein dunkler Schatten schießt über das Wasser. Im Schnabel zappelt ein kleiner Fisch. Kleine Vögel sitzen am Schilfrand und warten darauf mit der fetten Beute gefüttert zu werden. So etwa sah vor gut einem Monat die Situation an der Tauben Elbe aus. Die Taube Elbe bei Penkefitz ist eines der beiden letzten Trauerseeschwalbenreviere in Niedersachsen. Ein besonderes Juwel auf der Landkarte ornithologisch interessierter Besucher und Einheimischer. Häufig reisen die Leute von weit her an, um die Tiere bei ihrem Brutgeschäft zu beobachten.

Dass dies die Vögel stören kann, ist naheliegend. Wilhelm Meier-Peithmann, erfahrener Vogelkundler aus dem Landkreis Lüchow Dannenberg, hat die Tiere fest im Blick. Dass die Tiere gute Bruterfolge aufweisen können, ist nicht zuletzt ihm zu verdanken. Als erkennbar war, dass die Tiere sich durch die vielen Beobachter nicht mehr auf das Brutgeschäft konzentrieren konnten, setzte er sich für eine befristete Sperrung eines Deichabschnittes ein. Dies geschah durch die Biosphärenreservatsverwaltung in enger Absprache mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), dem Deichverband, dem Deichschäfer und den angrenzend wirtschaftenden Landwirten. Alle zeigten sich sehr kooperativ und unterstützten das Vorhaben.

Die 12 Paare an der Tauben Elbe hatten nun ihren Bruterfolg. Im Schnitt gelingt es einem Paar ein Junges pro Jahr groß zu ziehen. Sie legen 2 – 3 Eier. Geht etwas schief, gibt es manchmal auch ein Nachgelege. Selbst auf den großen Blättern von Wasserpflanzen fällt manch ein Gelege einem Beutegreifer zum Opfer, z.B. dem Mink, einem iltisähnlichen Raubtier.

Trauerseeschwalben brauchen offene Wasserflächen für die Jagd auf im Wasser lebende Insekten und Fische. Gleichzeitig benötigen sie Schwimmpflanzen für ihre Nester. Anderswo werden Trauerseeschwalben häufig mit künstlichen Nestern unterstützt. Dies ist an der Tauben Elbe nicht notwendig, da sie die zahlreich vorhandene Gelbe Teichrose mit ihren üppigen Blatt- und Stängelstrukturen als Unterlage für ihr Nest benutzen können.

Aus sicherer Entfernung können Besucher die Vögel sehr gut in der Nähe des Schöpfwerks Penkefitz vom Beginn des Deiches aus betrachten. Hier ist eine Parkmöglichkeit, der Abstand zu den Nestern ist hier groß genug und die Tiere lassen sich gut bei der Jagd über der offenen Wasserfläche beobachten. Dieses Jahr ist es dafür allerdings schon zu spät. Die Trauerseeschwalben befinden sich wieder auf dem Weg nach Afrika. Alle an den Maßnahmen Beteiligten erfreuen sich an der inzwischen stabilen Brutkolonie. Vogelkundlich interessierte Besucher sollten sich die Brutsaison ab Mai nächsten Jahres rot im Kalender markieren, um das Verhalten der Tiere dann mit genügend Abstand zu studieren.

Trauerseeschwalbe Bildrechte: Wilhelm Meier Peithmann

Trauerseeschwalbe auf den Rhizomen der Gelben Teichrose

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Frau Anne Spiegel

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