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Elbe und Nebenflüsse

Die Elbe ist mit einer Länge von 1.094 km von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven mit einem Einzugsgebiet von 148.268 km² das viertgrößte Flussgebiet Europas.

Entlang seines Verlaufs von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee bestimmt der Elbstrom großräumig die Landschaftsstruktur und den Wasserhaushalt. Der Gewässerverlauf und die stromtaltypischen Lebensräume sind noch weitgehend im naturnahen Verbund erhalten geblieben.

Im Bereich der unteren Mittelelbe besitzt die Elbe nur noch ein geringes Gefälle von durchschnittlich 13 cm pro km und eine mittlere Fließgeschwindigkeit von 3 km pro Stunde, so dass sie hier ihre Sandfracht ablagert. Die Folge waren bis in das 19. Jahrhundert hinein wandernde Sandbänke und Inseln. Heute ist der Verlauf der Elbe durch Buhnen festgelegt

Die Elbe führt nach starken Regenfällen in ihren Quellgebieten und während der Schneeschmelze in den Mittelgebirgen Hochwasser. Es staut sich auch im Unterlauf der Zuflüsse zurück, so dass auch sie über die Ufer treten.

Im niedersächsischen Teil des Biosphärenreservats münden die Nebenflüsse Aland, Seege und Jeetzel linksseitig, die Löcknitz und die Sude rechtsseitig in die Elbe. Krainke und Rögnitz durchfließen mit geringer Strömung die Elbtalaue und erreichen die Sude wenige Kilometer vor der Einmündung in die Elbe. Deiche und Wehre verhindern heute großräumige Überschwemmungen der Niederungen.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Elbe außerordentlich fischreich. Lachs (Salmo salar), Neunauge (Lampetra fluviatilis), Quappe (Lota lota) und Zander (Stizostedion lucioperca) waren wichtige "Brotfische" für die Einwohner. Strombaumaßnahmen und chemische Einleitungen im Oberlauf dezimierten den Fischbestand rapide. Mit der Verbesserung der Wasserqualität erholten sich die Bestände wieder. In der mittleren Elbe wurden nach aktuellen Befischungen 52 Arten nachgewiesen. Zu den wertbestimmenden Fischarten im Elbstrom gehört der Rapfen (Aspius aspius).

Für die Vogelwelt ist die Elbe Trittstein und Leitlinie während des Zuges sowie Rast- und Überwinterungsgebiet. Auf den Wasserflächen der Buhnenfelder und Seitengewässer finden sich im Winter Tausende von Vögeln zu großen Schlafplatzgesellschaften ein. Es ist ein eindrucksvolles Naturschauspiel, Schwärme von Saat- und Blässgänsen (Anser albifrons, Anser fabilis), Sing- und Zwergschwänen (Cygnus cygnus, Cygnus columbianus) am Abend an den Schlafplätzen einfallen zu sehen und den vielfältigen Stimmen zu lauschen.

In den 1990iger Jahren hat der Biber (Castor fiber) die niedersächsische Elbtalaue zurückerobert. Er galt hier seit 1819 als ausgestorben. Nun breitet er sich entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse wieder aus. Der Bestand ist bis heute auf mehr als 500 Tiere angewachsen. Auch für den Fischotter (Lutra lutra) ist die Elbe wieder ein Verbreitungsschwerpunkt in Niedersachsen geworden.

Biber

In den 1990er Jahren hat der Biber die niedersächsische Elbtalaue zurückerobert.

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