Nationale Naturlandschaften klar

Mehr Platz für Rotbauchunke, Laubfrosch und Co.

Die Rotbauchunke (Bombina bombina), auch Feuerkröte genannt, kommt in Deutschland fast ausschließlich in den neuen Bundesländern vor. Im Westen der Republik hat sie in Nordostniedersachsen ihr einziges nennenswertes Verbreitungsgebiet. Um ihr Überleben zu sichern, fiel am 7. Juli der Startschuss zum EU-LIFE-Projekt „Auenamphibien: 300 Teiche in Niedersachsen". In diesem Vorhaben werden in den kommenden acht Jahren in elf Gebieten an Aller und Elbe die Lebensräume für seltene Amphibien wie die Rotbauchunke, den Laubfrosch (Hyla arborea) und den Kammmolch (Triturus cristatus) durch die Neuanlage und Sanierung von Laichgewässern, Landlebensräumen und Winterquartieren verbessert und entwickelt.

Das Projekt wird vom NABU-Landesverband Niedersachsen als Lead-Partner gemeinsam mit der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue und dem Büro Amphi International voran gebracht. Die Koordination und Bearbeitung werden in der Biosphärenreservatsverwaltung durch Roswitha Clemen und Rebecca Heiligtag erfolgen.

„EU-LIFE" ist ein Finanzierungsinstrument der Europäischen Union zur Förderung von Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes. Die EU fördert das Projekt in den kommenden acht Jahren mit mehr als zwei Millionen Euro bei einer Gesamtprojektsumme von über 3,4 Millionen Euro. Neben einer maßgeblichen Kofinanzierung durch das Land Niedersachsen unterstützen auch die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Celle und Uelzen, die Region Hannover, die Städte Braunschweig, Celle und Wolfsburg sowie die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung und das Unternehmen Volkswagen das LIFE-Projekt finanziell.

Das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue ist ein Schwerpunktraum der Maßnahmen. In der Neuhauser, Dannenberger und Gartower Elbmarsch hat die Rotbauchunke aktuell ihr einziges Vorkommen in Niedersachsen. Deshalb liegt hier eine ganz besondere Verantwortung für ihre Erhaltung im Lande.

In diesen Teilgebieten wird es in den kommenden Jahren darum gehen,

  • die Populationen von Rotbauchunken, Laubfröschen und Kammmolchen durch die Neuanlage und Sanierung von Laichgewässern zu vergrößern,
  • im Umfeld der Gewässer eine extensive Beweidung als effektive und langfristig wirksame Managementmaßnahme zu etablieren und dies durch die Beschaffung von Weidetieren und den Bau von Zäunen zu unterstützen,
  • in Bereichen, in denen keine geeigneten landeseigenen Naturschutzflächen zur Verfügung stehen, Flächen anzukaufen,
  • die genetische Struktur der vorhandenen Rotbauchunkenpopulationen als Grundlage für Wiederansiedlungen zu untersuchen,
  • ca. 20.000 Rotbauchunken zur Wiederansiedlung und zum Populationsmanagement aufzuziehen,
  • die gewonnenen Erkenntnisse und Methoden durch Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung auf lokaler und regionaler Ebene zu vermitteln und Netzwerke mit Landbesitzern und -nutzern, Naturschutzgruppen und Behörden zur Weiterführung des Projekts zu knüpfen.
Rinder am Amphibienteich

Das lieben die Rotbauchunken: Flache, warme Kleingewässer auf Viehweiden.

Weiterführende Informationen

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Franz Höchtl

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